Wettkampfplanung 2017

Jeder Sportler kennt es, jeder Sportler mag es. Das Gefühl wieder in eine neue Saison starten zu können. Das alte Jahr ist noch nicht ganz zu Ende und schon steckt man mitten in der Wettkampfplanung und Vorbereitung was man den im nächsten Jahr alles anstellen könnte. So auch ich.

Nun, eigentlich könnte der Artikel hier an dieser Stelle aufhören, den für das Jahr 2017 plane ich genau keinen einzigen Wettkampf.Warum fragt Ihr euch? Ganz einfach.

Ich habe die Lust verloren

Nicht die Lust am Sport, sondern die Lust auf Höher, Schneller und Weiter. Im Moment bin ich nicht bereit den zusätzlichen Stress in Form von Zeiteinsatz für das spezifische Training und Startgeld (welches mittlerweile ja auch nicht mehr zu verachten ist) auf mich zu nehmen.

Viele leere trinkbecher
Flasche leer…

Allerdings bin ich hier in einer sehr privilegierten Lage. Den, im Gegensatz zu vielen, brauche ich keine Ziele in Form von Wettkämpfen um Sport machen zu wollen. Mir reicht da mein eigener Kopf um jeden Tag aufs neue die Schwimmsachen zu packen, das Bike auszuführen, oder die Laufschuhe zu schnüren und zu Trainieren. Richtig. Training!
Die Zeiten von Junkmiles sind spätestens seid der Geburt unsere Kindes Geschichte. Wenn ich jetzt raus gehe, mache ich das mit einer genauen Vorstellung von dem, was ich mit meinem Training erreichen möchte. Das ist ein Punkt den ich sehr zu Schätzen weiß. Ich arbeite ja nicht mehr auf den einen Saisonhöhepunkt zu, sondern befinde mich das ganze Jahr über in einer, sagen wir, “guten körperlichen Verfassung”.

Auch muss ich mir nicht mehr beweisen, das was ich bisher erreichen wollte habe ich geschafft. Mal besser, mal schlecht, wenn juckt es? Da gibt es nur noch eine Sache…

Die Teilnahme Norse- oder Swissman

Einer dieser beiden Wettkämpfe wird mich nochmals zwingen, von meiner oben erklärten Meinung zurückzutreten und nochmals richtig gezielt zu Trainieren. Beide Wettkämpfe haben ihren eigenen Charme, fernab von Bestzeiten zählt hier noch der Wille über sich hinauswachsen zu müssen, um den Kampf gegen sich und die Uhr (diesmal ist die Cut-Off Zeit gemeint) zu gewinnen.

Der Norseman “lockt” mit 12-14 Grad kalten Wasser, einem einsamen Ritt über die Hochebenen in Norwegen und zum Schluss darf man nach 27km einlaufen zum Ziel auf dem Gaustatoppen abbiegen.

Der Swissman startet dagegen verhältnismäßig warm im Isle di Brissagio, aber dann zeigt einem der Swissman die Zähne: Über Gotthard- Furka- und Grimselpass hat alleine die Radstrecke einiges an Höhenmetern zu bieten. Dem aber nicht genug, führt der Marathon am Ende auf die kleine Scheidegg. Insgesamt sind es rund 5500 Höhenmeter. Kein kleines Brett.

Warum diese Beiden?

Schwer zu sagen, an sogenannten Extreme Triathlons gibt es ja mittlerweile keinen Mangel, aber ich mag Norwegen mit seiner Wildheit und seinen Wetterkapriolen und ich mag die Schweiz, Heimat einiger sehr schöner und lohnender Gipfel 🙂

Kurzum, ich kann es nicht genau sagen, aber einer dieser beiden soll es nochmals werden. Aber nicht nächstes Jahr.

Zum einen sind die Lotterien (ja, sowas gibt es) bereits geschlossen und zum anderen habe ich für nächstes Jahr andere Highlights geplant. Jedoch keine Wettkämpfe und schon gar nicht solche Brocken wie die oben genannten.

Wettkampfplanung 2017

Flossing, ein Selbsttest

Das Thema Faszientherapie ist ja mittlerweile in aller Munde und so ziemlich jeder Sportler, den ich kenne, hat eine Blackroll zu Hause stehen.
Der neuste Trend zu dem Thema heißt Flossing, und genau das habe ich mir mal genauer angeschaut.

Flossing Bänder in Blau und Schwarz
Die verschiedenen Farben haben unterschiedliche Stärken.

Mehr Beweglichkeit durch Abbinden

In der Physiopraxis 03/15 fand sich der Artikel “Schmerzfrei und beweglich durch Abbinden” zu Thema Flossing. Hier wird im Grunde sehr prägnant das beschrieben, wofür Flossing steht. Durch das Abbinden und mobilisieren mithilfe von Gummibändern werden betroffene Muskel, Gelenke oder Faszien wieder beweglich gemacht und – falls vorhanden – Schmerzen gelindert. Klingt verlockend, oder nicht?
Im Artikel werden noch mehr positive Effekte von Flossing beschrieben, da wären noch: beschleunigte Regeneration und kürzere Rehabilitation.
Erfunden wurde das Flossing übrigens von einem US-Amerikaner namens Kelly Starrett. Damals noch unter dem Begriff “Voodoo Flossing” hat der Sportwissenschaftler und Physiotherapeut in Verbindung mit manualtherapeutischer Behandlung ein Konzept entwickelt, das sich Mechanismen im Körper zunutze macht, die seine Wirksamkeit erklären.

Die Wirkmechanismen beim Flossing

  • SchwammeffektHier kommt der gleiche Effekt wie bei der Blackroll zum Tragen. Durch ein schwammartiges “Auspressen” der betroffenen Muskel kommt wieder frisches Wasser ins Gewebe, so dass dieses wieder besser arbeiten kann.
  • Subkutane IrritationDDurch die Überreizung mechanischer Rezeptoren wie zum Beispiel den Propriozeptoren sollen Verklebungen der Faszien und daraus resultierende Schonhaltungen aufgelöst werden. Im besten Falle wird diese neue Haltung auch gleich als “die bessere” Haltung im Gehirn abgespeichert.
  • Kinetic ResolveAuch hier geht es an Bindegewebe. Durch das Auflösen von Faszialen-Crosslinks wird die maximale Dehnfähigkeit des Bindegewebes und die allgemeine Beweglichkeit verbessert.

Der Praxistest

Nicht alles was sich in der Theorie gut anhört, muss auch in der Praxis gut sein. Daher ließ ich es auf einen Praxistest über eine Laufzeit von zwei Wochen angekommen. In dieser Zeit habe ich mir, mit Ausnahme von zwei Tagen, die Beine “abgebunden”. Angeleitet durch meine Frau – die ausgebildete Physiotherapeutin ist – habe ich mich genau an die Instruktionen gehalten, die auch im Buch zu finden sind.

Flossing der Archillessehne
Sieht exact so schmerzhaft aus wie es ist. (Quelle: http://www.medical-flossing.de)

Das Ergebnis war für mich ernüchternd. Außer, teilweise recht heftigen, Schmerzen habe ich wenig Verbesserung von irgendwas verspürt. Sicherlich war nach dem Lockern der Bänder eine verstärkte Durchblutung zu spüren. Aber für diesen Effekt brauche ich kein Flossing.
Auch in Sachen Beweglichkeit und verbesserter Muskeltonus wurde ich enttäuscht.
Wenn Ihr mich fragt, kann man sich das Geld für das Band/Buch sparen und lieber, falls noch nicht vorhanden, in eine Blackroll investieren. Die ist wirkungsvoller und wesentlich gefahrloser (Stichwort: Durchblutungsstörung) anzuwenden als das Flossing Band.
Mich würde interessieren, ob Ihr bereits Erfahrungen mit dem Thema Flossing gemacht habt und wenn ja, welcher Art?

  • Noch ein Artikel der sich mit dem Thema befasst und es etwas drastischer ausdrückt findet Ihr hier 1.
  1. http://dumbrunner.com/training-news/2016/8/3/flossing-is-bullshitand-while-were-at-it-so-is-stretching
Flossing, ein Selbsttest